• Startseite
  • Gedenkinstallation
  • Aktuelle Infos
  • Liste der Unterzeichner
  • Impressum

Einladung zur Präsentation der Gedenkinstallation für alle Deportierten

auf dem Leipziger Hauptbahnhof

 

Hiermit laden wir alle Unterstützer, Spender und Bürgerinnen und Bürger zur Präsentation am Freitag, den 27.01. 2012, in der Zeit von  16.30 Uhr bis 18.00 Uhr im Bereich des Museumsbahnsteiges 24 ein.

 

Programm:

16.30 Uhr bis 17.00 Uhr

Projektvorstellung, Redebeitrag Herr Isaacsohn (Zeitzeuge und Deportationsopfer), Danksagungen

17.00 Uhr bis 17.40 Uhr        

- darstellerische und musikalische Beiträge

Theater der Jungen Welt mit Auszügen aus „Kinder des Holocaust“ , Klangprojekt Leipzig

17.40 Uhr bis 18.00 Uhr        

Grußworte der Bürgermeisterin von Herzliya (Israel), Yael German, und des Leipziger OBM Burkhardt Jung

Projektausblick

 

Parallel zur Präsentation wird die Ausstellung „Auf gepackten Koffern- Leben in der Abschiebehaft“ des Flüchtlingsrates Berlin gezeigt.

 

Am Vorabend des 27. Januar findet ab 18 Uhr in der Leipziger Moritzbastei eine Veranstaltung mit Felicia Langer (Trägerin u.a. des alternativen Nobelpreises, des Bundesverdienstkreuzes, des Erich- Mühsam- Preises, des Bruno- Kreisky- Preises  und des Amos- Preises für Zivilcourage) statt.

 

 

Mit friedlichen Grüßen

Torsten Schleip

Friedenszentrum e.V. -  Leipzig

---------------------------------------------------------------------------

Spendensammlung für eine "Gedenkinstallation für die Deportierten" auf dem Leipziger Hauptbahnhof

20110811_vorne2_small.jpg - 50.63 Kb

Spendenstand - 17.01.2012

13.390,60 Euro

 

Bernd Günther
Vorsitzender

DGB-Region Leipzig-Nordsachsen

 

  

9.November 2011

 

Mahnmal, Synagoge Leipzig

_________________________________________________

 

Den Toten ehrendes Gedenken und Mahnung für heute. 


Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

liebe Kolleginnen und Kollegen!

 

Vor 78 Jahren – am 30. Januar 1933 –- haben die Nazis die Macht in Deutschland übernommen.

 

Damit begann in Deutschland und später in ganz Europa für Millionen Menschen unvorstellbares Leid.

 

Viele Bürger haben 1933 geglaubt, dass die Nazis so schrecklich nicht werden.

 

Politiker, Bischöfe, Polizei und Reichswehr, aber auch führende Gewerkschafter haben damals geglaubt, mit Kooperation und Ergebenheitsadressen würde man die Nazis von ihren barbarischen Vorhaben abbringen.

 

Doch innerhalb weniger Wochen nach der Machtergreifung haben die Nazis bereits begonnen, ihr unmenschliches Konzept umzusetzen.

 

Politische Gegner aus allen demokratischen Parteien, Gewerkschaften und Kirchen wurden verhaftet, in Konzentrationslager verschleppt und ermordet.

 

Parteien wurden verboten, die Gewerkschaftshäuser besetzt, Bücher verbrannt und die ersten Rassengesetze erlassen.

 

Am 2. Mai wurde das Gewerkschaftshaus in Leipzig besetzt, um damit ein Symbol zu setzen, das der Widerstand gebrochen ist.

 

Nach der Ausschaltung von politischen Gegnern wurde systematisch die Verfolgung und Vernichtung von jüdischen Menschen vorbereitet und durchgeführt. Mit einem unvorstellbaren Gewaltexzess von SA und SS gegen die jüdische Bevölkerung, ihre Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurde mit den Novemberpogromen 1938 ein vorläufiger Höhepunkt erreicht.

 

Während der Pogrome wurden etwa in ganz Deutschland 400 Menschen ermordet. Zehntausende wurden in Konzentrationslagern inhaftiert.

 

Die brutale Vernichtung von 6 Millionen europäischen Juden und ein mörderischen Weltkrieg bleibt als historische Schuld bei uns Deutschen.

 

Leider werden es immer weniger Zeitzeugen, die anhand ihres persönlichen Schicksals von dem Grauen der Konzentrationslager erzählen können.

Genauso notwendig finde ich aber auch die Berichte über die ganz alltägliche Ausgrenzung von Menschen.

„Kauft nicht beim Juden“ – mit solchen Kampagnen wurde die jüdische Bevölkerung diskriminiert.

 

Das äußere Symbol war der Judenstern. Viele konnten nicht mehr ihren Berufen nachgehen, zuerst wurden alle jüdischen Bürger aus dem öffentlichen Dienst entfernt.

 

Später durften jüdische Kinder nicht mehr in öffentliche Schulen, Familien wurden wegen der Rassegesetze getrennt.

 

Dies alles spielte sich unter den Augen der deutschen Bevölkerung ab.

 

Sage keiner, er hätte davon nichts mitbekommen!

 

Nach 12 Jahren Naziherrschaft wurde spätestens dann allen klar: die Nazi-Diktatur war das Schlimmste, was die Deutschen hervorgebracht hatten.

 

Heute stehen wir in der Verantwortung dafür zu sorgen, dass so etwas wie die Naziherrschaft nie wieder passiert.

 

Dazu ist es notwendig, die Erinnerung wach zu halten. Mit der Aktion „Stolpersteine putzen“ haben wir – wie ich finde – eine sehr würdige Form des Gedenkens gefunden. Ausgehend von Leipzig beteiligen sich mittlerweile 25 weitere Städte an diesem Gedenktag.

 

Ich danke allen, die sich heute – am 9. November 2011 – an diesem Mahnmal versammelt haben und mit dem Putzen der Stolpersteine der Opfer von Krieg und Faschismus gedenken.

 

Besonders bedanken möchte ich mich bei den Initiatoren des Gedenktages aus dem Friedenszentrum und der Gruppe Gedenkmarsch. Ich fühle mich sehr geehrt, als DGB-Vorsitzender in Leipzig in diesem Jahr der Schirmherr dieser Veranstaltung zu sein.

 

Wir als Deutscher Gewerkschaftsbund waren sofort von der Idee des „Stolpersteineputzens“ angetan und beteiligen uns schon von Anfang an daran. Für uns war und ist es immer ein besonderes Erlebnis, an den Stolpersteinen mit Passanten ins Gespräch über das Schicksal der deportierten Männer, Frauen und Kinder zu kommen.

 

Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass viele von Ihnen mittlerweile ihren festen Stolperstein haben, sich mit dem Schicksal der Menschen auseinandergesetzt haben und teilweise ganz individuelle Formen ihres Gedenkens am 9. November gefunden haben. Ich finde, gerade die Vielfalt im Rahmen dieser mittlerweile bundesweiten Aktion macht das Besondere dieses Tages aus.

 

Gerade das Schicksal von Kindern und Jugendlichen während der Nazizeit berührt viele ganz besonders tief. Das Stolpersteine putzen bietet eine sehr persönliche Gelegenheit, um den heutigen Kindern und Jugendlichen diese bedrückende und grauenhafte Zeit unserer Geschichte nahezubringen.

 

Was ich besonders hervorheben will, sind die persönlichen Schicksale. Mit dieser Aktionsform wird erlebbar, was der schleichende und alltägliche Rassismus und die Ausgrenzung für die Betroffenen bedeutet.

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

wir haben eine politische Verantwortung aus der Geschichte.

 

Wir dürfen es nicht zulassen, dass diejenigen rechtsextremen Hetzer, die sich ihre Vorbilder bei den Nazis suchen, heute wieder an politischen und gesellschaftlichen Einfluss gewinnen können.

 

Wir alle, die demokratischen Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Verbände müssen deutlich machen, dass wir den Rechtsextremismus ächten und für eine demokratische und tolerante Politik stehen.

 

Ich möchte deshalb auch bewusst jenen danken, die sich immer und immer wieder in Leipzig, Dresden, Geithain, Colditz, Limbach-Oberfrohna und überall den Nazis in den Weg stellen und nicht zulassen, dass sie die Straßen und Plätze unserer Städte und Dörfer, aber auch die Köpfe und Herzen der Menschen besetzen.

 

Ja, wir müssen Vorbilder insbesondere für junge Menschen sein.

 

Niemand wird als Neonazi oder Rassist geboren.

Aber wer sich an den falschen Vorbildern orientiert, der kann zu einem Rassisten und Neonazi werden.

 

Deshalb müssen wir als Verantwortliche in der Gesellschaft dafür sorgen, dass es Vorbilder für menschliches, demokratisches und soziales Engagement gibt.

 

Jeder kann dazu seinen Beitrag leisten. Ein neuer Beitrag in Leipzig soll die Gedenkinstallation für die Deportierten auf dem Leipziger Hauptbahnhof werden.

 

Mit großem Engagement haben das Friedenszentrum und der Leipziger Künstler Roland Steckel das Projekt vorangetrieben. Nun geht es darum, die Materialkosten für die Installation zu sammeln. Ich möchte Sie alle und besonders auch unsere Gewerkschaftsmitglieder aufrufen, das Projekt mit einer Spende zu unterstützen.

 

Der tausendfache Zuspruch von Leipziger Bürgerinnen und Bürgern beim Besuch des Zuges der Erinnerung (2007) zeigt, dass dies eine notwendige Gedenkinstallation ist.

 

Ich wünsche und hoffe, dass dieses zum Erfolg führt.

 

Unsere geschichtliche Verantwortung liegt darin, alles zu tun, dass ein Triumph der Nazis wie vor 75 Jahren nie wieder geschieht.

 

Das Leid der Kinder in den Konzentrationslagern und ihre traurigen Augen sind Mahnung für die künftigen Generationen – Nie wieder Naziherrschaft!

Copyright © 2011 ---.
All Rights Reserved.

Joomla template created with Artisteer.